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Lehre, nach der ein Staat mit eigener Währung Ausgaben einfach durch Gelddrucken finanzieren kann, solange keine Inflation entsteht. Kritiker sehen darin einen Freibrief für unbegrenzte Staatsausgaben.

Siehe auch:
Fiatgeld , Inflation

Die Moderne Geldtheorie (englisch: Modern Monetary Theory) ist eine makroökonomische Strömung, die vor allem durch Ökonomen wie Warren Mosler, Stephanie Kelton und Randall Wray geprägt wurde. Ihr Kernargument: Ein Staat, der Schulden in seiner eigenen, nicht an eine Fremdwährung gebundenen Fiat-Währung aufnimmt, kann technisch nicht zahlungsunfähig werden, weil er sich das nötige Geld selbst schöpfen kann. Steuern dienen in diesem Modell nicht dazu, Ausgaben zu „finanzieren“, sondern überschüssige Kaufkraft abzuschöpfen und damit Inflation zu bremsen.

MMT-Befürworter sehen darin eine Befreiung von unnötiger Haushaltsdisziplin: Vollbeschäftigung, Gesundheitsversorgung oder Klimapolitik scheiterten nicht am Geld, sondern allenfalls an realen Ressourcen. Die Inflationsgrenze sei der eigentliche Maßstab staatlicher Ausgaben, nicht ein willkürlicher Schuldenstand. Diese Position findet besonders in linken und sozialdemokratischen Kreisen Anklang.

Kritiker aus der Österreichischen Schule und dem klassisch-liberalen Lager widersprechen grundlegend. Sie verweisen auf den Cantillon-Effekt: Neu geschöpftes Geld verteilt Kaufkraft zugunsten derer um, die es zuerst erhalten, also staatliche Stellen und politisch begünstigte Akteure. Zudem bezweifeln sie, dass politische Institutionen die Inflationsgrenze zuverlässig erkennen und rechtzeitig gegensteuern. Das Wirtschaftsrechnungsproblem verschärft sich, wenn Preissignale durch staatliche Geldschöpfung verzerrt werden.

Für den Einzelnen bedeutet MMT in der Praxis: Wer Ersparnisse in staatlicher Fiat-Währung hält, trägt das Risiko schleichender Entwertung, sobald politischer Druck die Ausgabendisziplin untergräbt. Sachwerte, Fremdwährungen oder dezentrale Alternativen wie Bitcoin werden von manchen als Schutz dagegen betrachtet.

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