Ursprünglich die Ausweitung der Geldmenge; heute meist für den daraus folgenden Anstieg der Preise verwendet. Die Österreichische Schule betont die Ursache, nicht nur das Symptom.
Siehe auch:
Fiatgeld
Das Wort stammt vom lateinischen „inflare“ (aufblähen) und bezeichnete ursprünglich die Ausweitung der Geldmenge. Heute meint Inflation meist den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Beides ist nicht dasselbe: Ein einzelnes teures Gut ist noch keine Inflation, erst der breite und dauerhafte Anstieg der Verbraucherpreise entwertet das Geld.
Gemessen wird sie über einen Warenkorb, etwa den Verbraucherpreisindex; Zusammensetzung, Gewichtung und Qualitätsbereinigung beeinflussen das Ergebnis. Die Verkehrsgleichung von Irving Fisher verbindet Geldmenge, Umlaufgeschwindigkeit und Preisniveau. Wächst die Geldmenge schneller als die Produktion, verliert die Währung an Kaufkraft: Wer spart, verliert, wer Schulden hat, gewinnt. Weil neues Geld zuerst bei Banken und staatlichen Stellen ankommt, verschieben sich die Preise ungleichmäßig, bevor die breite Teuerung messbar wird.
Die Österreichische Schule definiert Inflation als Ausweitung der Geldmenge; der Preisauftrieb ist für sie Folge, nicht der Begriff selbst. Sie sieht in der Kreditschöpfung der Banken die Ursache von Fehlinvestitionen und Konjunkturzyklen. Die vorherrschende Geldpolitik hält dagegen eine niedrige, stabile Teuerung von oft zwei Prozent für sinnvoll, weil sie Anpassungen von Löhnen und Preisen erleichtert und Deflation als riskant gilt.
Für den Einzelnen ist Inflation eine Enteignung ohne Gesetzesverfahren: Ersparnisse und Rentenansprüche verlieren an Wert, ohne dass jemand zustimmt. Am härtesten trifft es Haushalte, die keine Sachwerte erwerben können. Wer langfristig plant, muss die Geldentwertung einkalkulieren, bei Verträgen, Rücklagen und Altersvorsorge. Ob Sachwerte der Ausweg sind, bleibt eine persönliche Entscheidung mit Risiken.
