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Britische Bewegung (ab 1884), die den Sozialismus nicht durch Revolution, sondern schrittweise über Reformen und Institutionen durchsetzen wollte.

Siehe auch:
Etatismus

Die Fabian Society wurde 1884 in London gegründet und nahm ihren Namen vom römischen Feldherrn Quintus Fabius Maximus, der durch Zermürbung statt offene Feldschlacht siegreich wurde. Statt auf Klassenkampf oder Revolution setzten die Fabier auf graduellen Wandel: durch Bildung, Expertise, Parlamentsarbeit und die Besetzung einflussreicher Positionen in Verwaltung und Wissenschaft. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählten George Bernard Shaw und Beatrice und Sidney Webb. Die Bewegung trug maßgeblich zur Gründung der Labour Party und zur Ausgestaltung des britischen Wohlfahrtsstaats im 20. Jahrhundert bei.

Befürworter sehen im Fabianismus ein zivilisiertes, demokratisches Modell gesellschaftlichen Fortschritts: Reformen werden verhandelt statt erkämpft, Expertise ersetzt Ideologie, und soziale Sicherheit wird als Grundlage individueller Entfaltung verstanden. Aus dieser Sicht ist gradueller Staatsausbau kein Eingriff in die Freiheit, sondern ihre Voraussetzung.

Aus freiheitlicher Perspektive ist genau diese Gradualisierung das Problem. Weil jeder einzelne Schritt moderat wirkt, fehlt der sichtbare Bruch, an dem Widerstand sich entzünden könnte. Das Ergebnis ist dennoch ein kontinuierlich wachsender Staat, steigende Steuerlast und eine Bürokratie, die Eigenverantwortung systematisch verdrängt. Public-Choice-Theorie und Österreichische Schule liefern Werkzeuge, um zu erklären, warum gut gemeinte Reformen regelmäßig unbeabsichtigte Folgen erzeugen und einmal geschaffene Institutionen kaum wieder schrumpfen.

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