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Minarchismus bezeichnet die Überzeugung, dass ein Staat legitim ist, jedoch auf seinen kleinstmöglichen Kern beschränkt bleiben sollte: Schutz vor Gewalt, Diebstahl und Vertragsbruch.

Siehe auch:
Libertarismus , Anarchokapitalismus , Nichtaggressionsprinzip , Etatismus

Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen minimus (kleinst) und dem griechischen archos (Herrscher) zusammen. Minarchisten akzeptieren staatliche Institutionen wie Polizei, Gerichte und Landesverteidigung, weil diese den Schutz individueller Rechte gewährleisten sollen. Alles darüber hinaus, also Wohlfahrtsprogramme, staatliche Unternehmen oder Regulierungsbehörden, gilt als illegitimer Übergriff auf die Freiheit des Einzelnen. Der amerikanische Philosoph Robert Nozick prägte diese Position mit seinem Werk Anarchy, State, and Utopia von 1974 maßgeblich.

Für Freiheitsdenker ist der Minarchismus ein wichtiger Referenzpunkt: Er anerkennt das Nichtaggressionsprinzip als Grundlage politischer Legitimität und zieht daraus die Forderung nach einem radikal schlanken Staat. Steuern sind aus dieser Sicht nur insoweit gerechtfertigt, wie sie den Kernschutz der Bürger finanzieren. Jede Ausweitung staatlicher Aufgaben gilt als Schritt in Richtung Etatismus.

Kritiker von links betonen, ein minimaler Staat schütze bestehende Ungleichheiten und lasse soziale Schieflagen unkorrigiert. Anarchokapitalisten wiederum halten auch den Minimalstaat für unnötig, weil Schutz und Rechtsprechung ihrer Ansicht nach besser durch freiwillige Marktanbieter erbracht werden könnten. Minarchisten entgegnen, ein Gewaltmonopol sei notwendig, um das Entstehen konkurrierender privater Zwangsmächte zu verhindern.

In der Praxis dient der Minarchismus als Maßstab: Wer staatliche Eingriffe bewertet, kann fragen, ob sie über den Schutz von Leib, Leben und Eigentum hinausgehen. Fällt die Antwort ja aus, liefert die minarchistische Theorie Argumente für Ablehnung oder zumindest für Begründungspflicht auf Seiten des Staates.

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