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Cover: Anthem

Literatur · Einstieg

Anthem

von Ayn Rand

In einer Welt ohne das Wort „Ich“ kämpft ein Einzelner ums nackte Dasein als Individuum, Ayn Rands kompromisslose Hymne auf den menschlichen Geist.

Niveau
Einstieg
ISBN
1619490900

Worum es geht

„Anthem“ spielt in einer fernen Zukunft, in der die Menschheit in eine neue Dunkelheit zurückgefallen ist. Nicht Unwissenheit hat sie dorthin gebracht, sondern ein System, das das Individuum vollständig dem Kollektiv untergeordnet hat. Das Wort „Ich“ existiert nicht mehr; jeder Mensch spricht von sich selbst nur als „Wir“. Technischer Fortschritt ist verboten oder wird von trägen Räten auf Jahrzehnte verschleppt, und wer zu viel denkt, wer zu schnell läuft oder zu hell strahlt, fällt auf, gefährlich auf.

Im Mittelpunkt steht Equality 7-2521, ein junger Mann, der trotz allem nicht aufhören kann zu fragen, zu beobachten und zu erfinden. Seine Entdeckungen führen ihn unweigerlich in Konflikt mit einer Gesellschaft, die Gleichheit nicht als Startbedingung, sondern als erzwungenes Ergebnis versteht. Rand erzählt diese Geschichte in einer knappen, fast archaischen Sprache, die den Bruch mit der verlorenen Welt des Selbst spürbar macht.

Die Novelle ist eines der früheren Werke Rands und legt in konzentrierter Form Gedanken frei, die sie später in „The Fountainhead“ und „Atlas Shrugged“ breiter entfaltet hat: dass Schöpferkraft, Vernunft und das Recht auf das eigene Leben untrennbar zusammengehören, und dass eine Gesellschaft, die das Individuum auslöscht, nicht nur ungerecht, sondern auch unfähig ist.

„Anthem“ eignet sich besonders gut als erster Schritt in Rands Denken. Die Geschichte ist kurz, die Bilder sind eindringlich, und die Fragen, die sie aufwirft, lassen sich lange nach der letzten Seite nicht abschütteln: Was bleibt vom Menschen, wenn man ihm das Recht auf sein eigenes Urteil nimmt? Und was wird möglich, wenn er es zurückgewinnt?

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