Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen
Warum wir unsere Gesellschaft neu organisieren müssen
Markus Krall zeigt, warum der Versuch, jedes Risiko wegzuregulieren, die größten Krisen überhaupt erst möglich macht, und was das für unsere Gesellschaft bedeutet.
- Niveau
- Fortgeschritten
- Erschienen
- 2019
- Verlag
- FBV
- ISBN
- 395972151X
Worum es geht
Der Titel spielt auf Nassim Nicholas Talebs Konzept des „Schwarzen Schwans“ an: seltene Ereignisse mit dramatischen Folgen, die im Nachhinein als vorhersehbar erscheinen, obwohl niemand sie kommen sah. Markus Krall geht einen Schritt weiter und fragt, was passiert, wenn solche Ereignisse nicht mehr zufällig auftreten, sondern durch systematisches Fehlverhalten geradezu gezüchtet werden.
Im Zentrum steht eine Diagnose: Zentralbanken, Politik und gesellschaftliche Institutionen haben sich darauf verlegt, Risiken nicht zu managen, sondern zu unterdrücken. Billiges Geld, staatliche Garantien und das ständige Versprechen, Verluste abzufedern, schaffen trügerische Stabilität. Doch aufgeschobene Risiken verschwinden nicht, sie akkumulieren sich. Krall analysiert, wo diese aufgestauten Spannungen in Wirtschaft, Technologie und Geopolitik liegen und unter welchen Bedingungen sie sich entladen könnten.
Dabei bleibt das Buch nicht bei der Problemanalyse stehen. Krall skizziert Prinzipien einer Gesellschaftsordnung, die Risiko als produktive Kraft begreift: als Voraussetzung für Lernen, Anpassung und echten Fortschritt. Eigenverantwortung, dezentrale Entscheidungsstrukturen und ehrliche Preissignale spielen dabei eine tragende Rolle.
Das Buch richtet sich an Leser, die verstehen wollen, warum gut gemeinte Eingriffe langfristig das Gegenteil dessen bewirken, was sie versprechen, und die an konkreten Alternativen interessiert sind. Vorkenntnisse in Ökonomie sind hilfreich, aber keine Voraussetzung.
