Der Draghi-Crash
Warum uns die entfesselte Geldpolitik in die finanzielle Katastrophe führt
Markus Krall rechnet durch, was passiert, wenn Notenbanken Staatshaushalte finanzieren, und warum das Ergebnis keine Überraschung wäre.
- Niveau
- Einstieg
- Erschienen
- 2017
- Verlag
- FBV
- ISBN
- 3959720726
Worum es geht
Markus Krall ist kein Theoretiker am Schreibtisch: Er hat über Jahrzehnte Banken, Versicherungen und Regierungen in Fragen des Risikomanagements beraten und Kreditrisikosysteme mitentwickelt, die heute ein Großteil der deutschen Bankenlandschaft nutzt. Dieses Buch ist der Versuch, das, was er in Beratungsmandaten sieht, einem breiteren Publikum verständlich zu machen.
Im Mittelpunkt steht die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank unter Mario Draghi. Krall argumentiert, dass die Niedrigzinspolitik und die massiven Anleihekäufe längst aufgehört haben, Konjunkturpolitik zu sein, und stattdessen zur verdeckten Staatsfinanzierung geworden sind. Die Folgen sind nach seiner Analyse nicht auf die große Politik beschränkt: Die Erträge der Banken erodieren, während sich in deren Bilanzen stille Risiken aufbauen, die kaum jemand systematisch erfasst.
Krall beschreibt, wie biliges Geld eine Umverteilung von wirtschaftlich stärkeren zu schwächeren Eurostaaten in Gang setzt und dabei gleichzeitig den Anreiz untergräbt, strukturelle Reformen anzugehen. Er nutzt das Bild des „schwarzen Schwans“, des unwahrscheinlichen, aber verheerenden Ereignisses, und zeigt, in welchem Umfeld ein solcher Crash entstehen könnte.
Das Buch richtet sich an Leser, die verstehen wollen, wie Geldpolitik, Bankbilanzen und politische Anreize zusammenhängen, ohne ein Studium der Volkswirtschaftslehre vorauszusetzen. Krall schreibt sachkundig, aber ohne unnötigen Fachjargon. Wer sich fragt, warum Sparen kaum noch lohnt, wohin das Geld der EZB eigentlich fließt und welche Risiken im europäischen Bankensystem schlummern, findet hier eine strukturierte Antwort aus der Praxis.
