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Sozialismus meint die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, heute ein Spektrum von reformistischen bis marktsozialistischen Modellen. Statt Eigentum und Vertrag entscheidet dann politisch, wer was produziert.

Siehe auch:
Kommunismus , Planwirtschaft , Kollektivismus , Wirtschaftsrechnungsproblem

Das Wort Sozialismus entstand im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich und England, zunächst als Gegenbegriff zum Individualismus. Frühe Entwürfe stammen von Henri de Saint-Simon, Charles Fourier und Robert Owen; Karl Marx und Friedrich Engels verstanden Sozialismus später als Übergangsphase zum Kommunismus. Bis heute ist der Begriff ein Sammelname für sehr verschiedene Strömungen: revolutionäre, reformistische, genossenschaftliche und marktsozialistische.

Gemeinsam ist den meisten Varianten die Forderung, Produktionsmittel nicht privater Verfügungsmacht zu überlassen, sondern gesellschaftlich zu organisieren. Investitionen und Verteilung sollen politisch gestaltbar werden statt allein über Märkte und Preise zu laufen. Anhänger verweisen auf Ausbeutung, Machtkonzentration in Unternehmen und verfestigte Ungleichheit. Der reformistische Flügel, eng mit der Sozialdemokratie verbunden, wollte diese Ziele über Wahlen und Gesetze erreichen, nicht durch Revolution.

Aus der Perspektive persönlicher Freiheit ist entscheidend, dass Sozialismus an die Stelle privater Eigentumsrechte und freiwilliger Verträge politische Entscheidungen setzt. Wer über Produktionsmittel verfügt, bestimmt über Arbeitsplätze, Preise und Konsummöglichkeiten. Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek argumentierten, eine zentrale Instanz könne die in Marktpreisen gebündelten Informationen nicht ersetzen; das Wirtschaftsrechnungsproblem mache Planung ineffizient. Hinzu kommt die Machtfrage: Wer wirtschaftliche und politische Macht vereint, hebt die gegenseitige Kontrolle auf, auf der Freiheit beruht.

Dem steht das Argument gegenüber, formale Freiheit ohne materielle Grundlage sei wenig wert, und eine demokratisch kontrollierte Wirtschaft sei freiheitlicher als eine, in der über Arbeitsbedingungen allein Eigentümer entscheiden. Wer Sozialismus mit Kommunismus, Planwirtschaft oder Wohlfahrtsstaat gleichsetzt, verkürzt das Spektrum: Marktsozialistische und genossenschaftliche Modelle wollen Wettbewerb und Preise erhalten und nur die Eigentumsform ändern.

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